Meine kleine USA-Rundreise.

11 06 2009

Ich komme momentan einfach nicht mehr zum posten. Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Stress man in kurzer Zeit haben kann.

Der ist noch ziemlich klein...

Der ist noch ziemlich klein...

Fangen wir mal mit dem an, von dem ich noch vor einem halben Jahr gedacht hätte das mich keine 10 Pferde dazu bringen würden. Ich war knappe zwei Wochen nicht zuhause. In der Zeit bin ich durch die USA getourt. Dazu gleich der Hinweis: Die Armlehnen in einer Boeing 747 sind nicht im Sitz versenkbar. Ja, ich hatte tatsächlich zwei Sitze auf dem Hin- und Rückflug für mich gebucht und während der Hinflug ein Traum war (gemütliche Sitze, Entertainment-System in der Kopfstütze des Vordersitzes, Armlehnen verstaubar, keine Kinder) war der Rückflug die Hölle (konnte nicht gerade sitzen wegen der nicht versenkbaren Armlehnen, schreiende Kinder, rücksichtslose mitfliegende – und das fast 10 Stunden lang).

Ausserdem – wer in den USA mal vorhat mit den berühmten Greyhound-Bussen zu fahren sollte das NICHT mit dem Subunternehmen “Autobusses Americanos” machen. Es haben wirklich nur noch die Hühner gefehlt die da durch den Bus flattern. Auf dem Rückweg bin ich mit einem anderen Subunternehmen gefahren, das absolut ok war. Moderner und gepflegter Bus, Top. Trotzdem ein sehr ‘urbanes’ erlebnis.

Auch Dallas hat hübsche Stellen.

Auch Dallas hat hübsche Stellen.

Allgemeines Erlebnis in den USA:

  1. Esskultur ist selten und teuer. In den USA setzt man sich in einem Restaurant / Lokal nicht hin um gemütlich zu essen. Man wird abgefertigt, in einem Wahnsinnstempo. Wer nicht schnell genug mitkommt, hat Pech gehabt.
  2. Alles schmeckt irgendwie merkwürdig in den USA. Insbesondere Käse auf Pizza usw.. Es riecht auch tatsächlich ganz anders. Das hätte ich nicht für möglich gehalten, kann aber auch an der Region liegen in der ich unterwegs war.
  3. Wer ein geiles Hotelerlebnis haben will, sollte in einem der Hotels der Hilton Embassy Suites Reihe übernachten. Ich – will – ein – King – Size – Bett!
  4. Größer, besser, stärker. In den USA, gerade in den Randbezirken, findet man sich vor lauter Werbeschildern und riesigen Industriekomplexen kaum zurecht.
  5. 35°C in den USA sind besser auszuhalten als 28°C in Bremen. Kein Witz.
  6. In den USA sind leute in meiner Gewichtsklasse normal. Kein Witz. Ich wurde bei der Greyhound-Station von einer bedient die locker das doppelte von mir war.
YinYang-Schokoladenfondue

YinYang-Schokoladenfondue

Was ich wirklich empfehlen kann sind Restaurants der Kette “The Melting Pot“. Nach US-Gewohnheiten sind diese reinen Fondue-Restaurants schon gehobene Klasse. Man nimmt hier normalerweise einen kompletten Gang – also Käse-Fondue, normales Fondue (in den USA normalerweise mit Brühe statt Öl) und als Dessert ein Schokoladen-Fondue. Das normale Fondue wirkt etwas klein, aber im ganzen genommen ist man danach papp satt ^^

Und wenn es etwas gibt was die Amerikaner können, dann ist es Fleisch zubereiten. Ich weiss nicht was die damit gemacht haben, aber… es war perfekt. Einfach nur perfekt.

Sehr verwirrend ist in den USA allerdings das autofahren. Straßen sind immer ausgeführt – aber in der Regel nicht wohin sie führen. Und wer in Dallas oder Houston mal über ein Highway-Kreuz gefahren ist, der fühlt sich wie auf einer Achterbahn. Würde man die Bahnen fest zusammenziehen hätte man den perfekten Knoten.

Flughafen Houston von aussen

Flughafen Houston von aussen

Ausserdem habe ich festgestellt wie wahnsinnig groß Flughäfen sein können. Im Ernst. Der Flughafen Frankfurt ist ja schon riesig – insbesondere bei Gateänderungen freut man sich da einen Ast, weil man da nicht selten doch nochmal einen Kilometer laufen darf. Aber gegen Dallas und Houston ist sogar der ein Witz. Der Flughafen Dallas hat 5 Meilen in der Länge. 5 Meilen. Das entspricht ca. 8 Kilometern. Gott sei dank sind die internationalen Flüge alle am zentralsten Gate. Ach ja – wer in die USA einreist sollte sich darauf einstellen sehr, sehr lange zu stehen. Bei der Einreisekontrolle stand ich 3 Stunden in einer Warteschlange, und die Fluggäste hinter mir durchaus auch 4 Stunden, da die Reihe immer länger wurde.

Allgemeinhin sind die Amis auch alle wahnsinnig nett und zuvorkommend. Ich hab sogar nen echten Cowboy getroffen – kein Scherz! Die meisten grüßen einen freundlich, allerdings ist auch eine leichte Oberflächlichkeit daraus zu erkennen. Die Amis sind, was das angeht, das genaue gegenteil zu Hanseaten. Sofort freundlich und zuvorkommend, aber es ist schwer ihnen wirklich näher zu kommen. Die Hanseaten sind am anfang eher ruppig und abweisen, aber dafür viel tiefergehender und herzlicher.

Was mir als absolutes Fazit bleibt ist dieses merkwürdige Gefühl. Die Welt ist auf einmal viel kleiner geworden. Dieses Gefühl, einfach in den Flieger zu steigen und in die USA fliegen zu können… ich hab mich schon öfter bei dem Gedanken erwischt “och, cool, fliegste nächstes Wochenende mal rüber”. Es gibt viele Dinge an die ich mich in den USA nicht gewöhnen könnte, aber das meiste ist wirklich cool. Und das war garantiert nicht mein letztes mal dort.


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